Sansibars faszinierende Unterwasserwelt
Ausgabe Nr. 2/2026
Seesterne und Delfine vor Sansibar: Magische Momente zwischen Strand und Riff
Der türkisblaue Indische Ozean vor Sansibar ist sehr viel mehr als eine traumhafte Kulisse. Zwischen Korallenriffen, Seegraswiesen und Sandbänken tummeln sich unzählige Lebewesen – darunter auch farbenprächtige Seesterne und verschiedene Delfinarten, beide immer wieder beliebter Anziehungspunkt für Menschen.
Beim Schnorcheln und Tauchen lässt sich Sansibars faszinierende Unterwasserwelt besonders intensiv erleben. Zahlreiche Tauchschulen und Veranstalter auf der Insel bieten Ausflüge zu Korallenriffen und geschützten Meeresgebieten an, wo neben farbenprächtigen Rifffischen auch Rochen, Muränen, Oktopusse, Seesterne und mit etwas Glück Meeresschildkröten zu beobachten sind. (Den urtümlichen Schildkröten widmen wir beizeiten einen gesonderten Beitrag.)
So faszinierend diese Unterwasserwelt ist, so empfindlich ist sie auch. Umso wichtiger ist es, sich beim Tauchen und Schnorcheln ruhig und kontrolliert zu bewegen, ausreichend Abstand zu den Tieren zu halten und weder Korallen noch den Meeresboden mit Händen oder Flossen zu berühren. Auch auf uns Menschen harmlos wirkende Berührungen können die Meereslebewesen stressen, empfindliche Organismen verletzen oder Korallen beschädigen, die oft nur wenige Zentimeter im Jahr wachsen.
Wer sich als stiller Gast versteht und stattdessen die beeindruckende Lebenswelt um sich herum aufmerksam beobachtet, erlebt ohnehin sehr viel mehr Eindrückliches.
Unsere Sansibar-Reisen finden sie hier.
Seesterne: erstaunliche Tiere ohne Kopf und Herz
Seesterne führen ein eher unauffälliges Leben. Vielleicht wissen wir deshalb so wenig über sie. Dabei gehören sie zu den ungewöhnlichsten Bewohnern der Meere. Weltweit sind mehr als 2.000 Arten bekannt.
Zu den vor Sansibar – besonders in den flachen Seegraswiesen und Riffzonen bei Pingwe – regelmäßig beobachteten Arten gehören der
- Buntfarbige Noppen-Seestern (Pentaceraster mammillatus) – dort besonders häufig; je nach Individuum grünlich, gelb, braun, orange oder bläulich
- Afrikanische roter Noppen-Seestern (Protoreaster linckii) – grau bis cremefarben mit auffälligen roten Höckern
- Kissen-Seestern des Indischen Ozeans (Culcita schmideliana) – rundlich und beinahe ohne erkennbare Arme
- Blaue Seestern (Linckia laevigata) – meist kräftig blau, gelegentlich auch anders gefärbt
- Waben- oder Mosaik-Seestern (Fromia monilis) – kleiner und mit einem feinen netzartigen Muster
In den tieferen Riffgebieten sind weitere Arten zu entdecken, darunter verschiedene Sandseesterne und der korallenfressende Dornenkronenseestern (Acanthaster).
Zu den Seesternen, denen Schnorchler vor Sansibar begegnen können, gehören unter anderem der buntfarbige Noppen-Seestern, der auffällig rot gezeichnete Protoreaster linckii, der beinahe kugelförmige Kissen-Seestern und – mit etwas Glück – der leuchtend blaue Linckia laevigata.
Seesterne sind keine Fische, sondern Stachelhäuter und damit mit Seeigeln und Seegurken verwandt. Sie besitzen weder ein Gehirn noch ein Herz im bilogischen Sinne. Statt eines Blutkreislaufs nutzen sie ein mit Meerwasser gefülltes Gefäßsystem. Hunderte winzige Röhrenfüßchen an ihrer Unterseite helfen ihnen beim Fortbewegen, Festhalten und bei der Nahrungsaufnahme.
Warum ein Foto an Land für die Tiere gefährlich werden
Ein Seestern wirkt robust und bewegt sich so langsam, dass man kaum erkennt, ob ihn etwas stresst. Genau das macht ihn besonders schutzbedürftig. Er nimmt den im Wasser gelösten Sauerstoff über empfindliche Hautstrukturen und seine Röhrenfüßchen auf. Wird er aus dem Meer gehoben, funktioniert dieser Gasaustausch nicht mehr richtig.
Schon das kurze Hochheben für ein Foto kann das Tier unter erheblichen Stress setzen. Sonnenlicht, Wärme, trockene Luft und menschliche Hände schädigen außerdem seine empfindliche Oberfläche. Noch problematischer ist es, einen Seestern auf den Bootsrand oder in den Sand zu legen: Sandkörner können sich in seinen Röhrenfüßchen und Atemstrukturen festsetzen. Von außen ist anschließend meist nicht zu erkennen, ob und wie schwer das Tier geschädigt wurde.
Die beste Fotoaufnahme entsteht einfach dort, wo der Seestern lebt – unter Wasser.
Eine Unterwasserkamera oder eine wasserdichte Handyhülle macht aus einem schönen Foto zugleich ein gutes Foto.
Delfine sind neugierig, an Menschen interessiert UND keine Streicheltiere
Delfine faszinieren uns auf ganz besondere Weise. Sie sind schnell, sozial, verspielt und neugierig.
Rund um Sansibar kommen unter anderem Indopazifische Große Tümmler, Spinnerdelfine und die seltenen Buckeldelfine des Indischen Ozeans vor. Ihre scheinbare Freundlichkeit hat allerdings zu einem etwas schiefen Bild geführt.
Delfine sind keine Streicheltiere, keine Animateure und auch nicht zu therapeutischen Zwecken auf der Welt.
Sie bleiben trotz ihrer Neugierde und damit ihrer Nähe zu uns Menschen kräftige, selbstständig jagende Wildtiere mit eigenen sozialen Beziehungen, Ruhezeiten und Rückzugsbedürfnissen.
U.a. vor Kizimkazi im Süden Sansibars werden Delfinbeobachtungen angeboten. Dort hat der Delfintourismus Angang der 90er-Jahre die Jagd auf Delfine als Einnahmequelle zum größten Teil abgelöst und sich als Einnahmequelle für die Bevölkerung erwiesen. Das ist grundsätzlich eine erfreuliche Entwicklung, Untersuchungen zeigen jedoch, dass auch zu viele Boote und Schwimmer das Ruhe-, Sozial- und Fressverhalten der Tiere zu deren Nachteil verändern können.
Eine gute Delfintour erkennt man schon am Versprechen der Veranstalter
Ein verantwortungsvoller Anbieter verspricht Ihnen keine Berührungen der Tiere und keine garantierte Begegnung. Wildtiere halten sich nun einmal nicht an Fahrpläne. Gute Bootsführer verfolgen die Delfine nicht, schneiden ihnen nicht den Weg ab und umzingeln keine Gruppe mit mehreren Booten. Sie fahren langsam, halten Abstand und überlassen es den Tieren, ob sie sich nähern möchten.
Falls Sie sich zu den Tieren ins Wasser begeben möchten, sollten Sie ruhig bleiben, nicht direkt auf die Delfine zuschwimmen und sie weder anfassen noch füttern. Sind Jungtiere dabei oder zeigen die Delfine Ausweichverhalten, bleibt man besser im Boot. Oft ist eine stille Beobachtung vom Wasser oder vom Boot aus ohnehin eindrucksvoller als die „Jagd“ nach dem besten Unterwasserfoto.
Schnorcheln, Kiten und Surfen – bitte mit Rücksicht auf den Lebensraum Ozean
Beim Schnorcheln gilt eine einfache Regel: anschauen, aber nicht anfassen.
Bitte treten Sie nicht auf Korallen, halten Sie Abstand zu Seegraswiesen und bewegen Sie die Flossen so, dass sie weder den Meeresboden aufwirbeln noch Tiere treffen. Übrigens: Auch leere Schneckenhäuser erfüllen wichtige Aufgaben – etwa als Wohnung für Einsiedlerkrebse.
Beim Kiten, Wind- oder Wingsurfen sollten Sie ausgewiesene Startbereiche nutzen und flache Seegras- und Riffzonen bei Niedrigwasser meiden. Tauchen plötzlich Delfine oder Meeresschildkröten auf, fahren Sie bitte nicht hinterher, sondern halten den Kurs, reduzieren nach Möglichkeit das Tempo und lassenden Tieren viel Raum.
Auch vom Boot aus gilt: nicht verfolgen, nicht einkreisen und keinen Müll oder Essensreste ins Wasser werfen. Beim Ankern sollten Korallenriffe und Seegraswiesen unbedingt ausgespart werden.
Seesterne, Korallen und Muscheln sind keine Souvenirs
Was am Strand liegt, sollte dort auch liegenbleiben. Korallenstücke, Muscheln, Schneckenhäuser und getrocknete Seesterne sind Bestandteile eines empfindlichen Ökosystems. Muschelschalen bieten anderen Tieren Schutz, werden zu neuem Sand und liefern Mineralstoffe. Jeder einzelne Fund scheint unbedeutend – bei tausenden Reisenden entsteht daraus jedoch ein erheblicher Verlust.
Hinzu kommt die Rechtslage: In Sansibar beziehungsweise Tansania können das Sammeln, der Besitz und insbesondere die Ausfuhr von Meerestieren, Korallen, Muscheln oder daraus gefertigten Produkten verboten oder zumindest genehmigungspflichtig sein.
Verstöße können zur Beschlagnahme der Fundstücke, zu Geldstrafen und – abhängig vom Tatbestand – auch zu strafrechtlichen Konsequenzen führen. Dass ein Gegenstand am Strand gefunden oder auf einem Markt gekauft wurde, macht seine Ausfuhr nicht automatisch legal. Auch bei der Einreise nach Deutschland gelten Artenschutzbestimmungen. Für Exemplare geschützter Arten sind grundsätzlich entsprechende Aus- und Einfuhrdokumente erforderlich. Fehlen diese, kann der Zoll die Gegenstände beschlagnahmen. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind je nach Verstoß Bußgelder von bis zu 10.000 beziehungsweise 50.000 Euro möglich; bei schweren vorsätzlichen Artenschutzdelikten kommen auch Geld- oder Freiheitsstrafen infrage.
Die unkomplizierteste Regel lautet deshalb: Nichts mitnehmen, was einmal gelebt hat.
Wo Sie die Unterwasserwelt von Sansibar auf besonders behutsame Weise erleben können
Eine ausgesprochen naturschutzorientierte Möglichkeit bietet der Chumbe Island Coral Park vor Sansibar-Stadt. Das geschützte Riff kann bei geführten Schnorchelausflügen erkundet werden. Die Guides erklären Korallen, Fische, Seesterne und weitere Riffbewohner, ohne die Tiere für Besucherinnen und Besucher einzufangen oder sie aus dem Wasser zu holen.
Auch geführte Touren durch die Gezeitenzone werden angeboten.
Rund um Mnemba liegen ebenfalls bekannte Schnorchel- und Tauchgebiete. Dort lohnt es sich besonders, nach kleinen Gruppen, qualifizierten Guides und klaren Verhaltensregeln zu fragen. Für Delfinbeobachtungen gibt es in Kizimkazi Anbieter, die ausdrücklich mit geschulten Bootsführern, kleinen Gruppen und dem Verzicht auf Verfolgung und Berührung arbeiten.
In Nungwi befinden sich mehrere als „Aquarium“ bezeichnete Einrichtungen mit Meeresschildkröten. Angebote, bei denen Besucher Tiere anfassen, füttern oder mit ihnen schwimmen sollen, sind jedoch nicht mit einer ruhigen Wildtierbeobachtung oder einer naturkundlichen Führung gleichzusetzen.
Sansibars Meereswelt braucht keine spektakuläre Inszenierung. Ein Seestern auf seinem Platz im Riff und ein Delfin, der selbst entscheidet, ob er sich einem Boot nähert, bieten bereits alles, was eine außergewöhnliche Begegnung ausmacht.
Text: Heike Pohl / Foto-Lizenzen: Deposit, i-stock und privat
Kompetent.
Mit Respekt für Mensch und Natur.
Klug Reisen.
Mit Klügers Reisen!
Manch eine Reise beginnt lange vor dem Flug. Lassen Sie sich inspirieren,
entdecken Sie spannende Hintergründe
und lernen Sie Tansania von einer Seite kennen, die Sie in keinem Reisekatalog finden werden.
Vielleicht dürfen wir Sie schon bald persönlich in Tansania oder einem unserer vielen anderen Reiseländer begrüßen.
Gerne beraten wir Sie und stellen gemeinsam mit Ihnen Ihre Traumreise zusammen.

Tansania empfängt seine Gäste mit offenem Herzen, einem ehrlichen Lächeln und der Gelassenheit des Swahili-Wortes „Pole pole“.
Hier zählt oft nicht, wie schnell man ankommt, sondern mit wem man den Weg teilt.
Vielleicht nehmen Sie von Ihrer Reise nicht nur unvergessliche Erinnerungen mit nach Hause, sondern auch ein kleines Stück dieser Lebensart.
Tutaonana!
Bis bald in Tansania.
Birgit & Romeo Klüger
Klüger Reisen

